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Rückblick: die letzten Wochen (April/Mai 21)

Worte. Mir fehlten die Worte. Ich habe so viele gelesen, so viele gesprochen und auch geschrieben. Aber für diesen Blog und die wöchentlichen Rückblicke fehlten sie dann irgendwie. Ich schrieb an einem Artikel über eine Unterrichtseinheit zur Gefahr einer einzigen Geschichte – dem sehr sehenswerten TED-Talk von Chimamanda Adichie. Ich setzte mich mit einer Lehrerin von K2 auseinander, die nach 3 Wochen, in denen K2 scheinbar einer Aufgabe säumig war, nicht ihn, sondern direkt mich anschrieb. Außerdem wollte sie mir erklären, wie ich einen Screenshot machen kann, „weil wir ja den gleichen Mailanbieter benutzen“. Abgesehen davon, dass diese beiden Aussagen schon sehr viel auf ihre Kompetenz blicken ließen (K2 hat natürlich sein eigenes Mailpostfach), ärgerte mich dieser pädagogische Fehlgriff zuerst die Eltern einzuschalten. Ich finde, man kann Kinder durchaus ernst nehmen und mit ihnen in Kontakt treten (was sie übrigens seit Mitte Februar nicht getan hat, sondern nur schlecht / gar nicht gelayoutete Aufgabenzettel aufs Padlet gestellt. Demnächst sammelt sie natürlich die Hefter ein…). Sie rief mich an um das zu klären – 5 Minuten vor Beginn des Elternabends von K2… Ich ärgere mich immer noch darüber. Es ging aber so weiter… am Montag wird K2 nach 5 Monaten das erste Mal wieder in die Schule gehen – und eine Klassenarbeit schreiben müssen. Ich dachte darüber nach, ob ich einfach ein falsches Bild von meinem Beruf habe. Aber nein. Ich denke, mein Anspruch, in erster Linie für die Kinder / Schüler*innen da zu sein und sie zu begleiten, sie zu fördern und zu fordern, scheint mir der für mich richtige Weg zu sein.

Am Ende. Als #Corona-Eltern bin ich inzwischen auch fertig. Seit Dezember sind wir nun zu Hause und ich hoffe, diese Phase endet bald. Ich muss nicht voraus schicken, dass ich meine Kinder liebe und auch gern um mich habe (was ich ja nun doch irgendwie getan habe), aber ich würde auch gern mal wieder zwei, drei Sätze ungestört mit meinem Mann wechseln, ein paar Gedanken bis zu Ende denken, nicht mehr im Spagat zwischen Organisation der Kinderbetreuung (welches Elternteil kann wann?) und der Arbeit (wer kann nebenbei arbeiten, wer braucht ungestörte Zeit) aufgerieben werden, auch wieder Verantwortung für die Schulbildung von K2 an seine Lehrer abgeben, Zeit zum Nähen und Lesen finden, Vorfreude gemeinsam mit den Kindern auf Erlebnisse spüren (kann man schon wieder was planen?) und so weiter und so fort.

Vorfreude. Ein wenig Vorfreude gibt es doch: am Dienstag startet mein monatlicher, philosophischer Lesekreis mit Hannah Arendt.

Links und Tipps dann wieder ab nächster Woche. Der Anfang ist gemacht 😉

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